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Projekt 2007/2008:


"Jugend-Schreinerei-Ausbildungswerkstätte in Kalali/Tansania"

Im Dorf Kalali am Fuß des Kilimandscharo scheint die Welt noch in Ordnung. Alte und Junge, Bauern und Selbstständige leben und arbeiten zusammen. Das soziale Netz ist vorhanden, jeder kennt jeden. Die Kinder werden inmitten beeindruckender Natur groß, zwischen Baumriesen und Bächen, Bananenstauden und Kaffeesträuchern, Kühen und Hühnern. Hier befindet sich die Johannes-Rebmann-Gedächtnis-Bibliothek und der Johannes-Rebmann-Gedenkstein. 

Kalali ist ein Dorf mit sehr vielen Kindern. Über die Hälfte der Einwohner sind Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren. Mit Kindergarten, primary school, secondary school und einem Waisenhaus wurden von der lutherischen Kirchengemeinde in Eigenverantwortung bereits wichtige Einrichtungen für Kinder und Heranwachsende geschaffen. Nach dem Verlassen der Schule aber beginnen für die Jugendlichen die Probleme. Denn im Dorf gibt es keine Ausbildung und zu wenig bezahlte Arbeit. Kalali ist zu klein und zu abseits gelegen als dass es Firmen oder Betriebe gäbe, die selbst ausbilden. Die meisten Jugendlichen aus dem Dorf wandern daher ab und suchen ihr Glück in den Städten. In Arusha, Moshi oder sogar im über 500 Kilometer entfernten Dar-es-Salaam, der größten Stadt des Landes. Viele von ihnen verelenden dort, nur wenige von ihnen kehren zurück, und dann leider vielfach mit dem HIV-Virus infiziert.

Für die Zukunft Kalalis ist dies eine traurige Situation. Da der Staat keine Hilfe leisten kann, ist Eigeninitiative gefragt. Die Analyse ist klar: In Kalali selbst müssen Ausbildungsplätze geschaffen werden, damit die Jugendlichen im Dorf bleiben und dort Beschäftigungsmöglichkeiten und ein dörflicher "Binnenmarkt" entstehen. Daher sind nun vor allem die Älteren im Dorf gefordert; Handwerker, die pensioniert aber noch rüstig sind, sollen die Jugendlichen ausbilden - zu Schreinern, Zimmermännern, Elektrikern und Klempnern. Die Frauen sollen lernen, wie Marmelade, Bananenchips oder Saft produziert, konserviert und erfolgreich vermarktet werden.

Für diese Ausbildungsrichtungen sollen nun spezielle Jugend-Lehrwerkstätten aufgebaut werden. Ein passendes Grundstück gibt es bereits, es gehört der Kirche. Auch das Baumaterial ist zum Teil bereits vorhanden - in Form der Bäume auf dem Grundstück, die gerodet und als Bauholz verwendet werden sollen. Der gesamte Bau der Werkstätten soll in Eigenarbeit zusammen mit den Jugendlichen entstehen. So entsteht von Beginn an eine enge Bindung zwischen Ausbildern und Jugendlichen und eine persönliche Beziehung zur Ausbildungsstätte selbst.

Peniel Shali, Bauingenieur aus Kalali und Vater von Emmanuel Shali, der beim Kalali-Vortrag am 5. November 2007 unser Gast war, leistet ehrenamtlich Planung und Statik und betreut die Baumaßnahmen. Als erstes soll die Schreinerwerkstatt entstehen. Bei 100 % Eigenleistung sind dazu rund 2.500 Euro an Materialkosten notwendig.

Für die Realisierung dieser ersten Werkstatt im Rahmen des "Kalali-Jugend-Ausbildungs-Zentrums" hatte bereits die Petruskirchengemeinde Gerlingen zur Opfergabe aufgerufen. Die daraufhin eingehenden Spenden waren so zahlreich, dass damit bereits fast die Geldmittel für die erste Werkstatt zur Verfügung standen. Im Rahmen unseres Vortrags "Alltag und Zukunft am Fuß des Kilimandscharo - Eindrücke rund um das Johannes-Rebmann-Dorf Kalali" haben wir weitere Spenden für die Jugend-Ausbildungsstätten in Kalali gesammelt. Mit dieser Hilfe aus Gerlingen ergibt sich für die Jugendlichen im Dorf Kalali und damit auch für das Johannes-Rebmann-Dorf selbst eine neue Zukunfts-Perspektive.

Denn in der Summe ist von den Bürgerinnen und Bürgern Gerlingens schon jetzt mehr Geld gespendet worden als für den Aufbau der ersten Jugendausbildungsstätte in Kalali, der Schreinerei-Werkstatt, erforderlich ist. Wir werben daher um weitere Spenden, um von Gerlingen aus auch noch eine zweite Werkstatt finanzieren zu können. Um einen sicheren Transfer und eine korrekte Verwendung der Geldmittel sicherstellen zu können, wird derzeit in Tansania ein eigenes Konto eingerichtet, das von Peniel Shali kontrolliert wird. Pfarrer Braun plant derzeit bereits eine Reise für das Jahr 2009 nach Kalali, für die noch weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Gerlingen gesucht werden. So können sich Vertreter der Petruskirchengemeinde sowie Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gerlingen vor Ort ein eigenes Bild über die Dorfentwicklung in Kalali sowie den Projektfortschritt machen.

(Aita Koha und Dr. Stefan Rösler, 3. Dezember 2007)

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